BATTLE | Serie

Alle Arbeiten 60 x 40 cm, Acryl auf Leinwand

Die Serie ist abstrakt, fast konkret, ohne dass ich an Berechnungen oder mathematische Ansätze denke.

Sie ist ein wenig „back to the roots“ für mich: Die aufeinanderfolgenden, scheinbar regelmäßigen Reihen aus Kreisen werden von einem textilartigen Geflecht aus farbigen Streifen gehalten. Kett- und Schussfäden aus Lasuren, die keinen Rapport bilden. Und in Wahrheit auch kein echtes Geflecht darstellen.

Mir geht es um die Interaktion der Farben. Um Rhythmus, um Wiederholung, um eine Atmosphäre, die mein Inneres spiegelt. In der Arbeitsweise liegt etwas Manisches, das ich bis ins Unendliche fortsetzen könnte, wenn ich mich nicht bewusst bremse. Ich möchte jedoch am Ende noch den Anfang erahnen lassen.

Die Bilder werden traditionell mit Pinsel und Acrylfarbe gemalt. Manchmal bleiben die Linien der Bleistiftstriche stehen. Der Pinselduktus ist sichtbar. Das Malerische und auch der Prozess sollen nachvollziehbar sein. Außerdem ein Hinweis darauf, dass hier nicht gedruckt wurde.

Vor mehr als 10 Jahren, als ich mich malerisch noch ausschließlich mit der Darstellung des Menschen auseinandersetzte, kreuzte durch Zufall eine Abbildung meinen Weg, die mich so sehr faszinierte, dass sie mich einen neuen Weg einschlagen ließ. Man könnte sagen: Es war Liebe auf den ersten Blick.

Die brasilianische Künstlerin Beatriz Milhazes schaffte es, mir ihr Lebensgefühl, ihre Kultur und ihre Liebe zu einer überbordenden Natur nahezubringen. Sie transportierte große Gefühle und benutzte dafür ausschließlich die Farbe und geometrische Flächen. Ich war fasziniert von der Einfachheit ihres Konzeptes.

Meine Arbeiten entwickeln sich aus einer ähnlichen Basis heraus, sie haben jedoch nichts mit der Außenwelt zu tun.

Ich benötige strenge Regeln: Nur Vertikale und Horizontale sind erlaubt. Ohne Verwendung einer Bilddiagonale muss ich es schaffen, in der Komposition Spannung aufzubauen. Die Kreise sind alle gleich groß.

Meine Farbpalette basiert auf einem einfachen Dreiklang aus Purpur, Himmelblau und Zitronengelb. Ich benutze kein Schwarz.

Die selbst inszenierte Herausforderung ist für mich, was für andere eine Bergbesteigung ist: Das Verlassen der Komfortzone und das Ausloten der eigenen Grenzen.

Man könnte sagen: Das Bild befiehlt den nächsten Schritt, bestimmt die nächste Farbnuance. Ich gehorche.

Ich arbeite an der mir größtmöglichen farblichen Differenzierung, Spannung und Ausgewogenheit und setze mich bewusst der Konkurrenz der Farben aus. Ich schichte eine Ebene über die andere, bis sich in mir eine innere Balance einstellt.

Kurz vor Fertigstellung der Bilder störe ich immer wieder die scheinbare Harmonie. Langeweile ertrage ich nicht: Die Bilder scheinen subtile Brüche und überraschende Wendungen im Farbverlauf immer wieder zu benötigen.

Die Bilder sollen am Ende kontemplativ wirken. Dann begegnet sich jeder Betrachter selbst und seinen eigenen inneren Dialogen und Gedanken.